Vorarlberg: 'Bewerbung wurde wegen dem Kopftuch abgelehnt'

Die Bewerbung einer Muslimin mit Kopftuch als Arzthelferin in einer Praxis in Bregenz, wurde mit der Begründung abgelehnt, die Bewerberin trage „radikal islamische Symbole“.

Vorarlberg: 'Bewerbung wurde wegen dem Kopftuch abgelehnt'
© Anadolu Ajansı

(haberjournal) - Die Agentur Anadolu berichtete, dass Birgül Yücel (32) in der Türkei das Berufsgymnasium für Gesundheitsberufe absolvierte und in Österreich eine Weiterbildung zur Arzthelferin machte. Sie absolvierte ihre Berufsausbildung und begab sich auf Jobsuche.

Sie bewarb sich unter anderem bei dem niedergelassenen Kardiologen A.G. (Name der Redaktion bekannt) über das Internet und bekam als Antwort eine E-Mail die besagte, dass sie,aufgrund ihres Kopftuchs, keinen gescheiten Job finden kann.

Dr. A.G. schrieb in seiner E-Mail: „Sehr geehrte Frau Yücel. Ich bedauere, ihre Bewerbung nicht positiv beantworten zu können. Sie können doch nicht ernsthaft gedacht haben, dass ich eine Angestellte haben will, die radikale religiöse Symbole offen an sich trägt. Das islamische Kopftuch passt nicht in die europäische Gesellschaft und damit können Sie auch keinen gescheiten Job finden.“

Yücel zeigte sich erschüttert von dieser diskriminierenden und islamfeindlichen Mail. Sie sei vor 13 Jahren durch Heirat nach Österreich gezogen und wolle der Gesellschaft ihren Beitrag leisten. Man habe sie aber in ihrem Bemühen beleidigt.

„Die Antwort hat mich Enttäuscht“

Sie wolle nur ihren Beruf ausüben, betonte die gelernte Arzthelferin. „Statt zuhause rumzusitzen wollte ich meinem Beruf nachgehen, soziale Kontakte knüpfen und der Gesellschaft meinen Beitrag leisten. Um meinen Beruf ausüben zu können habe ich mein türkisches Diplom ins Deutsche übersetzen lassen und habe mich an vielen Stellen beworben – jedoch ohne Erfolg, weil das türkische Diplom in Österreich nicht anerkannt wird. Nach langer Recherche habe ich eine Weiterbildung als Arzthelferin begonnen und absolvierte diese mit guter Leistung. Obwohl ich meine Bewerbung an viele Ärzte versendet habe, bekam ich immer eine Absage, weil mein Bewerbungsfoto mit einem Kopftuch war. Aber die Diskriminierung und die beleidigende Antwort auf meine Bewerbung am Montag, war für mich eine sehr große Enttäuschung“, so Yücel.

Sie werde Anzeige gegen den Arzt erstatten, sagte die Arzthelferin. „Ich werde meine Rechte verteidigen. Der Arzt ist natürlich frei bei seiner Entscheidung wen er einstellt und wen nicht. Jedoch hat er nicht das Recht Menschen derart zu beleidigen“ betonte sie.

„Ich betrachte das Kopftuch als ein islamisches Symbol und möchte nicht so eine Angestellte haben!“

Dr. A.G. bestätigte den Inhalt seiner E-Mail gegenüber der Agentur Anadolu und sagte, dass er hinter seiner Aussage stehe.

Dr. A.G.  betonte, dass er niemals jemanden einstellen würde, der religiöse Symbole trägt. „Ich betrachte das Kopftuch als ein islamisches Symbol und möchte nicht so eine Angestellte haben. Ich kenne Frau Yücel nicht, aber ich möchte keinen mit Kopftuch einstellen“, so der Arzt.

Dr. A.G. sagte, er würde auch keine Nonne mit einem Kruzifix einstellen. „Ich mag keine Menschen die Staat und Kirche nicht trennen können. Dies ist die europäische Kultur. Wir trennen Staat und Kirche. Ich bin auch für diese Trennung“, betonte er gegenüber der Anadolu Agentur.
 

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