Präsident der UETD Cem Aslan: Behauptungen von Herrn Pilz sind Fantasievorstellungen

Die Diskussion über die Zwischenfälle während der „Demokratie Demo“ am 16. Juli in Wien geht weiter.

Präsident der UETD Cem Aslan: Behauptungen von Herrn Pilz sind Fantasievorstellungen
© haberjournal / arşiv

(haberjournal / WIEN) – Im Laufe der „Demokratie Demo“ am 16. Juli, als Reaktion auf dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei, war es zu einem Angriff auf ein Unternehmen auf der Mariahilfer Straße gekommen.

Der Rechtsanwalt des Unternehmens Franz Podovsovnik und Peter Pilz von den Grünen gaben am Mittwoch gemeinsam eine Pressekonferenz.

Pilz hatte in erster Linie die UETD vom Angriff verantwortlich gehalten und forderte, dass die UETD im Zuge von Demonstrationen streng überwacht werde um weitere Vorfälle zu verhindern.

Cem Aslan, Präsident des UETD Austria sprach zu haberjournal.

Aslan begann das Gespräch indem er den Zwischenfall verurteilte. „Wir verurteilen die Tat genauso wie am ersten Tag und können solche Aktionen nicht gut heissen. Wir sind und waren gegen Gewalt und Fanatismus“, so Aslan.
 
„WIR KENNEN DIE PERSON NICHT, DIE DIE FAHNENDEBATTE AUSLÖSTE“

Aslan betonte, dass sie die Person nicht kennen und vorher auch nie gesehen haben, die vor dem Angriff eine Fahnendebatte auslöste. „Wir verfügen über keine Informationen über diese Person. Wir kennen seinen Namen nicht und sahen ihn zum ersten Mal auf dem Video. Bis jetzt erreichte uns auch keine offizielle Anfrage darüber, ob wir diese Person kennen“ fügte er hinzu.
 
„WIR WAREN LEDIGLICH TEILNEHMER BEI DER DEMONSTRATION“

Man habe die Demonstration nicht selbst organisiert, jedoch habe man sich dafür entschlossen an ihr teilzunehmen, um sich für die Demokratie zu bekennen, nachdem man über Facebook von der Veranstaltung erfahren habe. Man habe über die UETD Facebook Seite auch eine Ankündigung veröffentlicht und man wäre lediglich Teilnehmer der Demonstration gewesen.

Vor zwei Wochen habe man eine Demonstration gegen Terrorismus organisiert und es habe keine Zwischenfälle gegeben betonte Aslan weiterhin. Man habe als Verantwortliche alle nötigen Maßnahmen getroffen. „Am 16. Juli haben wir unsere Haltung gegen den Putschversuch in der Türkei gezeigt. Dieselbe Haltung würden wir auch zeigen wenn Österreich was negatives widerfahren würde“, so der UETD Präsident.
 
„WIR KÖNNEN KEINEN SINN DARIN ERKENNEN WARUM DIE POLZEI, GERADE DORT ANHIELT“

Aslan wies darauf hin, dass die Demonstration ganz friedlich verlief und dass es keinen Zwischenfall an einem anderen Restaurant mit demselben Namen und demselben Logo gab. „Die Demonstration verlief ganz angenehm. Es gab überhaupt keine Zwischenfälle, auch als wir an einem Restaurant vorbeizogen der denselben Namen und Logo trug. Wir konnten keinen Sinn darin erkennen warum die Polizei die Menschenmenge vor dem besagten Unternehmen anhielt. Dies wirft Fragezeichen auf. Als ich sah, dass der Demonstrationszug von der Polizei angehalten wurde, ging ich dorthin und fragte „Warum haben wir hier angehalten?“ Ich wurde zu einem anderen Beamten weitergeschickt und richtete dieselbe Frage. Er entgegnete mir sowas wie „Ja warum stehen wir eigentlich? Lasst uns weiter laufen“. Aber da war es schon zu spät. Dass die Polizei dort anhielt führte dazu, dass sich die Menschenmengen auf das Unternehmen konzentrierten. Es gibt viele Menschen die an dem Abend dort waren und ihnen dies bestätigen können“, so Aslan.

„HAT HERR PILZ SICH AUCH DARÜBER GEDANKEN GEMACHT?“

„Hat Herr Pilz sich auch Gedanken darüber gemacht warum die Polizei vor diesem Unternehmen anhielt?“ fragt Aslan. „Ich möchte ihm, über Sie eine Frage ausrichten lassen. Hat Herr Peter Pilz, der doch den Eindruck macht ein Politiker zu sein, der jedes Detail berücksichtigt und der jede Konspirationstheorie unter die Lupe nimmt, sich Gedanken darüber gemacht hat, warum die Polizei vor diesem Unternehmen anhielt, oder hat er diesbezüglich Nachforschungen angestellt? Ich möchte ihn das fragen. Wenn er sich darüber noch keine Gedanken gemacht hat, so soll er doch bitte dieser Frage nachgehen“, so Aslan.
 
„WARUM HAT ER NICHTS ÜBER PROVOKATEURE GESAGT?“

Aslan wies darauf hin, dass der Besitzer des Unternehmens nach dem Vorfall erklärte 6-7 Provokateure festgestellt zu haben. „Warum sagte Herr Pilz nichts zu diesen 6-7 Provokateuren in seiner Pressekonferenz und machte uns zur Zielscheibe? Bemüht er sich dafür, diese 6-7 Personen ausfindig zu machen?“, fragte Aslan weiterhin.
 
„DIE ERKLÄRUNGEN SIND UNGLÜCKLICH“

Die Erklärung von Peter Pilz, in welcher er die UETD als Hauptverantwortlicher für den Zwischenfall bezeichnete sei „unglücklich“, so Aslan. Aslan sagte:

„Leider sind die Erklärungen von Herrn Pilz unglücklich. Er hält uns verantwortlich für den Angriff und macht uns vor dem Volk, sozusagen zur Zielscheibe. Aufgrund von welchen Beweisen kann er behaupten, dass die UETD für den Angriff verantwortlich sei? Wie beweist er diese Behauptung? Wenn er sich die Aufnahmen ansieht so wird er sehen, dass die Personen, die bemüht waren den Angriff zu verhindern zum größten Teil der UETD angehören. Denn wir haben uns in der Lage verantwortlich gefühlt und haben alles getan um den Angriff zu verhindern“
 
„DIE BEHAUPTUNGEN SIND ERFUNDEN“

„Wir betrachten die Behauptungen von Herrn Pilz als extreme Produkte seiner Fantasie“, so Aslan. „Die türkische Gemeinde lebt seit 50 Jahren in Österreich und anderen europäischen Ländern. Wann haben die Herrschaften eine falsche Haltung dieser Gemeinde beobachtet? Die Türken halten sich stets an die Gesetze und Regeln des Landes in dem sie leben. Ihre Traditionen und ihre Familienerziehung erfordert dies. Jedoch stellen sie heute die türkische und die islamische Gemeinde so hin, dass sie über die UETD versuchen zu sagen: „diese Menschen sind radikal, sie haben ein hohes Potenzial an Kriminalität und sie sind gar Terroristen“ und möchten so die Wahrnehmung der Mitmenschen manipulieren. Sie möchten unserem guten Ansehen vor unseren österreichischen Freunden schaden in dem sie uns zur Zielscheibe machen“, fügte er hinzu.
 
„ES WIRD ÜBER UNS EIN WAHLKAMPF GETRIEBEN“

Auch wenn er von den Grünen sei, würde Peter Pilz erkennen, dass die politische Wetterlage einen Rechtsschub erfahren habe und er betreibe Wahlpropaganda mit seinen Aussagen, behauptete Aslan.

Man kritisiere sie stets, die Politik der Türkei nach Österreich zu verschleppen. „Er hat Recht. Die türkische Politik soll hier nichts zu tun haben. Auch ich setze meine Unterschrift unter diese Forderung. Jedoch waren es gerade die österreichischen Politiker und Medien die die türkische Politik hierher verlegten. Waren es nicht sie die Kundgebungen und Wahlpropaganda für eine türkische Partei, die HDP organisiert haben? Dies stellt keine Verlegung dar, doch unsere Reaktion gegen einen Putschversuch schon? Dies ist leider keine ehrliche Haltung. Schließlich haben wir alle Verwandte und Freunde in der Türkei und haben deshalb einen emotionalen Bezug zu diesem Land. Wir können diesen Bund nicht einfach brechen und jedes Ereignis betrifft uns aus diesem Grund direkt. In der Akte die Peter Pilz bezüglich des Angriffs gefertigt hat befinden sich auch Aushänge über unserer „Antiterror Demonstration“ vor zwei Wochen. Was hat das bitte mit dem Angriff auf das Unternehmen zu tun? Wir sehen heute, dass man einfache Gründe sucht, um uns zu kritisieren oder uns gar zur Zielscheibe zu erklären“, so Aslan.
 
„MAN IGNORIERT DEN PUTSCHVERSUCH“

Man ignoriere den Putschversuch und den erlittenen Leid, kritisierte Aslan. „Ist Herr Pilz vielleicht ein Befürworter von Staatsstreich? Wir haben von ihm noch keine Stellungnahme zu diesem Thema erfahren können. In der Türkei wurden Menschen von Panzern überfahren, von Kampfjets beschossen und bombardiert. Sind Menschenrechte nur für sie da? Nein. Die Menschenrechte gelten für die gesamte Menschheit auf diesem Planeten. Also wie können sie dann den erlittenen Leid in der Türkei so einfach ignorieren?“ sagte er.
 
„SIE SOLLEN VON SOLCHEN KUNSTLOSEN ZÜGEN ABSTAND NEHMEN“

Die türkische und die muslimische Gemeinde habe sich immer für Österreich bekannt und würde dies auch in der Zukunft tun, so Aslan.

„Unsere Menschen haben stets ihre Treue an Österreich bewiesen. Wenn man sich die Kriminalitätsstatistiken anschaut, so wären sie vielleicht sogar Schlusslicht. Sie sollen endlich von solchen kunstlosen Zügen und von der Bemühung uns als „potenziell Kriminelle“ darzustellen Abstand nehmen. Dies schadet der Integration. Integration geschieht nicht einseitig. Wir mögen eine andere Vergangenheit mit unseren österreichischen Freunden haben, aber teilen mit ihnen eine gemeinsame Zukunft. Wir arbeiten gemeinsam für die Zukunft Österreichs. Wir haben viele Probleme zu bewältigen bezüglich Arbeitslosigkeit, Wirtschaft und Bildung. Wir müssen uns auf diese Konzentrieren. Jedoch versucht man die Außenpolitik in das Innere des Landes zu verlegen und uns hinein zu ziehen. Wir möchten Projekte für Österreich starten, aber man lässt das nicht zu. Wir werden stets unnötig zur Zielscheibe erklärt. Zum Schluss möchte ich noch eines sagen. Leider leidet Europa aktuell genauso wie der gesamten Welt an Terror. Warum versucht ein Mitglied der Grünen, die von sich behaupten sich für den Weltfrieden einzusetzen zu polarisieren, wo man doch gemeinsam gegen Radikalisierung und Terror kämpfen sollte. Dies ist schwer zu verstehen“, fügte der UETD Präsident hinzu.

 

Kaynak: haberjournal.at
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