Offener Brief an die österreichischen Medien

Türkischer Botschafter in Wien, Mehmet Hasan Gögüs, hat die Kritik der österreichischen Medien nach dem gescheiterten Putschversuch mit einem Brief beantwortet.

Offener Brief an die österreichischen Medien
© haberjournal / arşiv

Im Brief hiess es, dass er eine gemeinsame Haltung gegen den Putschisten erwartet habe. Er sei „erschüttert und erstaunt“ über die Nachrichten, Karikaturen und Kommentare, welche nach dem 15. Juli in den Medien erschienen, so der Botschafter.

Der Botschafter erinnerte daran, dass in der Nacht des 15. Juli in Zusammenhang mit dem Putschversuch das Parlament bombardiert, Zivilisten ermordet, der Stabschef als Geisel genommen, der Staatsfernseher besetzt und eine Deklaration unter Waffengewalt verlesen wurde und 208 Bürger das Leben verloren hatten.

„In diesen schweren Zeiten erwarten wir von unseren Freunden, Verbündeten, Partnern und internationalen Institutionen, sich im Rahmen unserer gemeinsamen Werten solidarisch mit der Türkei und der türkischen Demokratie zu zeigen. Wir sehen auch, dass über manche fiktive Ereignisse oder Vermutungen, ungerechte und voreingenommene Kritik über die Maßnahmen und rechtliche Schritte gegen die Putschisten ausgeübt wird. So ein Verhalten kann auch als Unterstützung der Putschisten gedeutet werden“ schrieb der Botschafter.

„Hinter dem Putschversuch steckt FETO“

Gögüs betonte, dass die Türkei ein demokratischer Rechtsstaat ist. „Die Führer des Putschversuches hatten es nicht nur auf den demokratischen, säkularen, Sozialstaat abgesehen, sondern wollten auch die verfassungsmäßige Grundordnung außer Kraft setzen. Hinter dem Putschversuch steckt die Terrororganisation Fetullah Gülen. Kein Staat auf der Erde kann zwei Streitkräfte, zwei Justizsysteme und zwei Polizeikräfte besitzen. Die Putschisten werden entsprechend unseren bestehenden Gesetzen und unseren internationalen Verpflichtungen vor unabhängigen Gerichten angeklagt und die schuldig gesprochenen werden entsprechend bestraft“, so der Botschafter.

Der Botschafter betonte weiterhin, dass es ihm schwer falle die negativen Reaktionen über die Demonstrationen in Wien, welche sich solidarisch mit dem demokratischen Widerstand zeigen, zu verstehen und schrieb:

In Österreich leben rund 300.000 türkischstämmige Menschen. Davon tragen 114.000 die türkische Staatsbürgerschaft. Es ist doch lobenswert, dass Menschen die im TV ihre Verwandte, Freunde und Nachbarn unter Panzer sehen, auf die Straße gehen um die Demokratie zu verteidigen. Wir hätten erwartet, dass nicht nur Türken, sondern auch Österreicher sich mit ihren Fahnen an diese weltweiten Demonstrationen beteiligt hätten. Warum werden prodemokratische Demonstrationen als solche bewertet, während die Zelte die von der PKK – welche in der EU-Terroristenliste aufgeführt ist - in Wien aufgebaut werden, nicht als Verschleppung des Kurdenproblems nach Österreich bewertet werden?

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